Einstiegsklassiker mit Stil: Lancia Flavia

Angesichts der sprunghaften Preissteigerungen für Großserienfahrzeuge wie den Porsche 911 oder den Mercedes SL (Typ R107) gerät leicht aus dem Blick, dass der Einstieg in das Oldtimerhobby immer noch bezahlbar ist.

Die Rede soll hier nicht von Brot- und Butter-Klassikern wie MG Midget, VW Käfer, Citroen 2CV oder Fiat 500 sein. Nein, auch im Segment feinen Automobilbaus werden Normalverdiener noch fündig.

Ein Beispiel dafür ist die Lancia Flavia (in Italien sind Autos weiblich). Zusammen mit der bekannteren Fulvia war dies das letzte in Eigenregie von Lancia entwickelte Modell.

Die Firma beschritt seinerzeit in guter Lancia-Tradition eigene Wege: Die 1960 vorgestellte Flavia hatte Frontantrieb und einen neuentwickelten Boxermotor mit anfänglich knapp 80 PS, der bis Produktionsende 1970 auf 125 PS erstarkte. Ein Novum in Italien waren die Scheibenbremsen rundherum.

Eigenwillig war das eckige Erscheinungsbild der Flavia-Limousine, das selbst in den von kühler Sachlichkeit geprägten 1960er Jahren auffiel. Im heutigen Zeitalter wild in alle Richtungen wuchernder Formen ist dieses Design jedoch von geradezu bestechender Klarheit und bietet zugleich viele geschmackvolle Details.

An die Qualitäten der Flavia wurde der Verfasser beim Besuch des Teilemarkts im elsässischen Lipsheim erinnert. Dort stand 2012 eine äußerlich passable Flavia aus erster (italienischer) Hand für 5.700 Euro zum Verkauf.

Flavia Limousine Lipsheim

© Lancia Flavia Limousine; Bildrechte: Michael Schlenger

Selbst falls die Kilometerangabe von 20.000 nicht stimmte, war das ein attraktives Angebot. Eine vergleichbare Alfa Romeo Giulia wäre auf keinen Fall für so wenig Geld zu haben gewesen. Doch damals wollte der Funken nicht so recht überspringen.

Das lag möglicherweise daran, dass die Flavia Limousine eine schönere Schwester hat, das von Pininfarina gezeichnete Coupé. Hier ein Exemplar, das beim 2015er Concours d’Elegance auf Schloss Chantilly bei Paris zu sehen war.

Flavia_CoupeLancia Flavia Coupe_2

© Lancia Flavia Coupé; Bildrechte: Michael Schlenger

Für den Zweitürer – speziell der frühen Serie – spricht nicht nur die hinreißende Linie, die sich an die größere und heute sehr begehrte Lancia Flaminia anlehnt. Auch das um 200 kg niedrigere Gewicht macht das Coupe zur ersten Wahl. In der letzten Ausbaustufe waren damit 185 km/h Spitze möglich.

Die Suche nach einem gut erhaltenen Coupé setzt einige Geduld voraus. Das attraktive frühe Modell wurde nur wenige tausend Mal gebaut.

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