Erinnern Sie sich noch an Meta? Wir hatten die deutsche Auswanderin hier kennengelernt. Damals war sie noch in einem 1934er Chevrolet unterwegs.
Diesmal begegnen wir ihr im Modell von 1937 – damals in den USA ein nicht ganz billiger, aber mit etwas Sparerei für die meisten erschwinglicher Wagen der unteren Mittelklasse.
Vergessen Sie jetzt einfach das, was darunter damals in Europa zu verstehen war. Die Amis, noch keine Zahlmeister des militärisch-industriellen Komplexes (General und späterer US-Präsident „Eisenhower“ dixit), sodass das hart Erarbeitete weitgehend in der eigenen Tasche blieb. Also das genaue Gegenteil des totalen Staats von heute.
Also: So ein Massen-Chevy hatte damals Ganzstahlkarosserie, Hydraulikbremsen, Synchrongetriebe und einen feinen Sechszylindermotor mit im Zylinderkopf hängenden Ventilen, der über 80 PS leistete. Und heute wollen sie uns mit Dreizylindern oder absurd teuren Elektrofuhren mit LKW-Spur-Abonnement abspeisen.
Egal, anno 1937 ging es in den USA nicht mächtig abwärts, sondern tüchtig aufwärts, die Wirtschaftskrise war weitgehend überwunden. Dass man ein paar Jahre später die Japaner und die Deutschen mit schierer Industrie-Feuerkraft gleichzeitig niederkämpfen musste, davon war damals nichts zu ahnen.
Entsprechend friedlich und geradezu idyllisch geht es auf dem Foto zu, das Meta damals an die Zurückgebliebenen im neuen Deutschen „Reich“ sandte:

Die improvisierten Buden im Hintergrund deuten auf das damals gerade erst im Entstehen befindliche Touristenziel „Treasure Island“ in Florida hin.
Meta oder ihr „Schatz“ hatten dieses vielversprechende Ziel für einen Ausflug auserkoren. Leider ist das Nummernschild ihres Wagens nicht eindeutig lesbar, sodass wir nicht wissen, ob sie in der Region lebten oder eine größere Tour unternahmen.
Jedenfalls hatte hier der zugkräftige Name „Treasure Island“ seine Wirkung getan und wir dürfen davon ausgehen, dass man sich zumindest ein nettes Wochenende an der See gönnen konnte, wenn man einen solchen Chevy fuhr – die Preise waren ja sehr zivil: Zimmer mit Dusche für 15 Cent.
Keiner konnte damals ahnen, dass man schon bald in Europa würde aufräumen müssen, um zusammen mit der Roten Armee den durchgedrehten Deutschen den Stecker zu ziehen.
Dass man sich dann nach dem Krieg selbst einen veritablen Militärstaat heranzüchtete, dessen explodierende Kosten ab dem Vietnam-Desaster in den 70ern der Mittelschicht die Mittel für ein anständiges Leben nahm, das war ebenfalls nicht absehbar.
Eisenhowers visionäre Warnung, dass man diesen Apparat wieder auf Normalmaß zurechtstutzen müsse, verhallte ungehört. Die Rechnung bekommt die amerikanische Mittelschicht vom „Deep State“ seither und bis heute präsentiert – und wir mit ihr.
Dabei sah alles mal so aus, als habe man mit der industrialisierten Massenproduktion des Automobils einen prächtigen Schatz gehoben, von dem alle etwas haben können. Es sah alles so vielversprechend aus – die brandneuen Metallic-Lacke inklusive

Übrigens: der Wagen hinter dem Chevy war ein 1935er DeSoto Airflow, ebenfalls schon mit Metalliclacken verfügbar – hier in „French Beige“.
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Die Farbwirkung ist sehr schön gelungen – so wirken die 3 Grazien mit hier neunfachem Bodenkontakt bestens ! Die beiden parkenden Autos kamen so perfekt ins Bild ! Beachtlich auch, wenn nach 3 Jahren schon das neue Modell gekauft wurde, während ein paar Monate zuvor ein 9 Jahre alter Opel weiterhin wacker durch den ostpreußischen Winter fuhr. Einen 207 cui OHV-Reihensechser mit 80 PS fuhr Meta schon zuvor, aber vielleicht hätten ihre beiden Kinder nun im 5-window Master Coupé doch nicht mehr genügend Platz gehabt, sodaß die zweitürige Limousine nicht nur wegen des chicen Metalliclacks angeschafft wurde. Vielleicht fuhr Meta aber nun den als viertürig bestimmbaren DeSoto Airflow, während ihr „Schatz“ auf den neuen Chevrolet umgestiegen war ? Denn ein eigenes Auto für die Gattin – das bewarb da auch schon die Auto-Union mit dem Horch für ihn und dem Wanderer für sie, während zumeist schon der DKW nur ein Traum blieb. Jedenfalls ein toller Bildschatz, ob mit oder ohne belegbarer Provenienz !