Hansa/-Lloyd

Bilder und Reklame von Hansa- und Hansa-Lloyd-Automobilen chronologisch geordnet

© Originalfotos aus Sammlung Michael Schlenger (sofern nicht anders angegeben), Weiterverwendung nur mit Quellenangabe

hansa_ab_1908_galerie

Hansa Typ A, 1908/09

Hansa-Reklame_Braunbeck_1910_Galerie

Hansa-Reklame aus Braunbecks Sportlexikon von 1910

hansa_phaeton_1913_galerie

Hansa 10/35 PS Sport-Phaeton, aus „Motor“, 1913

Hansa_Typ_D_10-30_PS_1911-14_Galeriejpg

Hansa Typ D 10/30 PS, Bauzeit: 1911-14

Hansa_8-24_PS

Hansa Typ C 8/24 PS, Baujahr: 1911-14, Aufnahme der 1920er Jahre

Hansa_Typ_P_8-26 PS_Dierks_Galerie

Hansa Typ 8/26 PS, Bauzeit: 1921-24; Originalfoto aus Sammlung Klaas Dierks

hansa_typ_p_ab1921_galerie

Hansa Typ P 8/36 PS, Bauzeit: 1924-28

Hansa_Typ_P_Limousine_Stoßstange_Galerie

Hansa Typ P 8/36 PS, Bauzeit: 1924-28

Hansa_Typ_A6_13-60_PS_Motorfahrzeuge_Galerie

Hansa Typ A6 13/60 PS, Bauzeit: 1927-28; Abbildung aus „Die Motorfahrzeuge“, P. Wolfram, 1928

Hansa-Lloyd_20-100_PS_Motorfahrzeuge_Galerie

Hansa-Lloyd „Trumpf-Aß“ 20/100 PS, Bauzeit: 1927-28; Abbildung aus: „Die Motorfahrzeuge“ von P. Wolfram, 1928

Hansa_1100_Limousine_1_Galerie2

Hansa 1100 Limousine, Bauzeit: 1934-39

hansa_1100_coupe_galerie

Hansa 1100 Limousine, Bauzeit: 1934-39

hansa_1100_innsbruck_ausschnitt

Hansa 1100 Limousine, Bauzeit: 1934-39, Vorkriegsaufnahme aus Innsbruck

Hansa_1100_Riesengebirge_Ausschnitt

Hansa 1100, Bauzeit: 1934-39, aufgenommen im Riesengebirge

Hansa_1100_Iserlohn_1937_2_Galerie

Hansa 1100, Bauzeit: 1934-39, aufgenommen 1937 in Iserlohn

Hansa_1100_1937_Iserlohn_1_Galerie

Hansa 1100, Bauzeit: 1934-39, aufgenommen 1937 in Iserlohn

Steyr_430_Bad_Lausick_1950er_Ausschnitt

Hansa 1100 oder 1700, Bauzeit: 1934-1939, Postkarte der 1950er Jahre aus Bad Lausick (Sachsen)

Hansa_1100_Nachkrieg_Galerie

Hansa 1100 Cabriolet, Bauzeit: 1934-39; Nachkriegsaufnahme aus Bayern

Hansa_1700_Cabriolimousine_Galerie (2)

Hansa 1700 Cabriolimousine, Bauzeit: 1934-39

Hansa_1700_Wimpel_Galerie

Hansa 1700 Cabriolimousine, Bauzeit: 1934-39

Hansa_1700_Cabriolet_1_Galerie

Hansa 1700 Cabriolet, Bauzeit: 1934-39, Nachkriegsaufnahme

Hansa_1100_2-Sitzer_Cabrio_1_Galerie

Hansa 1100, 2-sitzige Cabriolimousine (Sonderkarosserie)

Hansa_1100_2-Sitzer_Cabrio_2_Galerie

Hansa 1100, 2-sitzige Cabriolimousine (Sonderkarosserie)

Borgward_2300_WH_03-1940_Galerie

Borgward 2300, Bauzeit: 1939-42, Fahrzeug der Wehrmacht, aufgenommen im März 1940

Aktuelle Beiträge

Ein Sechszylinder der frühen 1920er Jahre: Fiat 510

Ein Sechszylindermodell von Fiat und dann auch noch aus der Vorkriegszeit, das klingt für uns Menschen des 21. Jahrhunderts einigermaßen exotisch.

Fiat feierte seine ersten Erfolge als Großserienhersteller zwar tatsächlich mit dem kompakten Vierzylinder des Typs 501, von dem in der ersten Hälfte der 1920er Jahre rund 80.000 Stück entstanden.

Doch bot Fiat parallel zu seinen populären Kleinwagentypen jener Zeit stets auch gut motorisierte Sechszylinder an, die freilich in geringerer Zahl gefertigt wurden.

Vielleicht erinnern sich einige Leser, die diesem Blog schon länger folgen, an folgendes eindrucksvolle Exemplar, das einst in Wenningstedt auf Sylt abgelichtet wurde:

Fiat_512_Sylt_Galerie

Fiat 512; Originalfoto aus Sammlung Michael Schlenger

Hierbei handelt es sich um einen Fiat 512, wie der Vermerk von alter Hand auf dem Originalabzug bestätigt. Näher besprochen haben wir diese schöne Aufnahme hier.

Das von 1926-28 gebaute Modell war der äußerlich modernisierte Nachfolger des Fiat 510, der mit identischem Sechszylindermotor ab 1919 weit über 10.000mal gebaut worden war.

Die Leistung des Fiat 510 von 46 PS aus 3,5 Liter Hubraum war auch nach Mitte der 1920er Jahre noch ausreichend, weshalb man beim Typ 512 daran festhielt. Immerhin wurden die zuvor optionalen Vierradbremsen nun Standard.

Optisch unterschieden sich die beiden Typen jedoch erheblich. Wie bei deutschen Herstellern auch markiert die Mitte der 1920er Jahre in formaler Hinsicht eine Zäsur.

Bei Fiat verschwand im Zuge des Trends zu sachlichen, geometrischen Formen die bis dahin charakteristische birnenförmige Kühlermaske mit Jugendstil-Markenemblem, die wir hier an einem Fiat des Vierzylindertyps 501 aus Berlin sehen.

Fiat_501_Roadster_Ausschnitt_1

Fiat 501 Spider; Originalfoto aus Sammlung Michael Schlenger

Einen solchen birnenfömigen Kühler, der ab Mitte der 1920er einem Flachkühler mit schlichterem Fiat-Emblem Platz machte, besaß auch auch der parallel dazu gebaute Sechszylindertyp Fiat 510 – also der Vorgänger des auf Sylt aufgenommenen Fiat 512.

Ein Foto dieses Fiat-Sechszylinders aus den frühen 1920er Jahren ist nicht so einfach zu finden. Fiat war in Deutschland zwar schon vor dem 1. Weltkrieg präsent und konnte nach Kriegsende vor allem den kompakten, enorm robusten 501 gut verkaufen.

In der Oberklasse waren in der ersten Hälfte der 1920er Jahre jedoch die Modelle inländischer Hersteller begehrter. Der Erwerb teurer Premiumwagen stellte in betuchten Kreisen einen beliebten Schutz gegen die grassierende Inflation dar.

Dennoch ließ sich bislang ein Exemplar eines Sechzylinder-Fiat des frühen Typs 510 in der Sammlung des Verfassers mit hoher Wahrscheinlichkeit identifizieren:

Fiat_510_Cottbus_10-1930_Galerie

Fiat 510; Originalfoto aus Sammlung Michael Schlenger

Zugegeben: umwerfend ist diese auf Oktober 1930 datierte Aufnahme aus Cottbus nicht. Sie lässt aber für unsere Zwecke genug erkennen:

  • den birnenförmigen, leicht geneigten Kühler (hier noch lackiert wie auch bei frühen Exemplaren des kleineren Fiat 501),
  • die Fiat-typischen kurzen Luftschlitze und der hohe Haubenaufbau darüber,
  • die gegenüber dem Vierzylindermodell deutlich längere Haubenpartie.

Fiat_510_Cottbus_10-1930_Frontpartie

Nach der Lage der Dinge haben wir hier einen Fiat der frühen 1920er Jahre vor uns, höchstwahrscheinlich ein Sechszylindermodell des Typs 510.

Vielleicht können in Sachen frühe Vorkriegs-Fiats sachkundige Leser dies bestätigen oder ggf. auch korrigieren.

Ganz ausschließen lässt sich beispielsweise nicht, dass wir hier Fiats „großes“ Vierzylindermodell Typ 505 vor uns haben, das neben dem kompakten 501 und dem Sechszylindertyp 510 verfügbar war.

Leider sieht man dazu nicht genug von den Vorderkotflügeln. Dafür sind die Insassen und der mutmaßliche Fahrer umso besser abgelichtet:

Fiat_510_Cottbus_10-1930_Insassen

Bald 90 Jahre trennen uns von dem hier festgehaltenen Augenblick. Doch das Wunder der Fotografie zaubert auch nach so langer Zeit und selbst in Schwarzweiß die Menschen so vor unser Auge, als hätten sie gerade ihre Position eingenommen.

Übrigens sieht man hier den Aufwärtsschwung des Heckschutzblechs, ein weiteres Überbleibsel aus der Vorkriegszeit, das bei gehobenen Fiat-Modellen noch eine Weile fortlebte, um dann besagter Neugestaltungsoffensive zum Opfer zu fallen.

Zeittypisch auch die dezent in den Wagenkörper eingepassten Türen, die mangels Griffen kaum auffallen. Ihre gerundeten Formen sind ebenfalls ein Vorkriegserbe wie der hier kaum merkliche Schwung des oberen Karosserieabschlusses.

Mit solch einem Fiat konnte man sich seinerzeit auch in gehobenen, konservativen Kreisen sehen lassen. Die Turiner Marke besaß für die damaligen Zeitgenossen noch den Nimbus eines Luxusherstellers, der aus der Vorkriegszeit rührte.

Doch Fiat hatte die Zeichen der Zeit erkannt und nach dem Krieg kompakte  Vierzylinder ins Visier genommen, die nach US-Vorbild in industrieller Form entstanden.

Die parallel verfügbaren Sechszylinder waren schon damals ein Luxus, der eher nebenher gepflegt wurde. Davon ist nach Wiederbelebungsversuchen in den 1960er Jahren nichts geblieben. So ist nun einmal der Lauf der Dinge…

© Michael Schlenger, 2018. All entries in this blog (including embedded photos) are copyrighted by the author, unless otherwise indicated. Excerpts and links may be used, provided that credit is given to Michael Schlenger and https://vorkriegs-klassiker-rundschau.blog with appropriate and specific direction to the original content.

 

 

 

  1. 1911-24: Das Hansa 8 PS-Modell im Wandel der Zeiten Kommentar verfassen
  2. Raffinesse trifft Sachlichkeit: Steyr Tourer in Linz 2 Kommentare
  3. Letzter großer Auftritt: Benz 16/50 PS Tourenwagen Kommentar verfassen
  4. Eine nicht ganz einfache Geschichte: Mercedes 8/38 PS Kommentar verfassen
  5. Königlicher Entwurf kurz vor dem Krieg: Audi Typ 920 Kommentar verfassen
  6. Ein weiter Weg: vom Ford Model A zum GAZ AA Kommentar verfassen
  7. Nischenmarke anno 1930: Ein Marquette „Six“ Kommentar verfassen
  8. Alles fließt: Vom Horch „8“ Typ 350 zum Typ 375 Kommentar verfassen
  9. Ganz große Klasse: Cadillac Roadster von 1928 in Wien Kommentar verfassen