Historische Bilder und Reklame von Horch-Automobilen chronologisch geordnet
© Originalfotos und -dokumente aus Sammlung Michael Schlenger (sofern nicht anders angegeben), Weiterverwendung nur mit Quellenangabe




















































































































Historische Bilder und Reklame von Horch-Automobilen chronologisch geordnet
© Originalfotos und -dokumente aus Sammlung Michael Schlenger (sofern nicht anders angegeben), Weiterverwendung nur mit Quellenangabe




















































































































Lesen Sie eigentlich noch Zeitung? Meine eigene diesbezügliche Lektüre liegt über ein Dutzend Jahre zurück. Schon damals war ich als regelmäßiger Konsument der gedruckten „FAZ“ am Bahnsteig und dann im Zug nach FFM ein Exot.
Kaum ein Pendler las damals noch eine klassische Tageszeitung, nur an einen Abonnenten ausgerechnet der „taz“, dem ich bisweilen gegenübersaß, kann ich mich erinnern. Damals verkraftete man aber noch entgegengesetzte politische Standpunkte, ohne durchzudrehen.
Leider meinte man damals in der FAZ-Redaktionsstube, aus dem konservativen Blatt mit dem marktliberalen Wirtschaftsteil und den exquisiten Beilagen „Technik & Motor“, „Bildung und Wissenschaft“ (wenn ich mich recht erinnere) und dem oft irrlichternden, aber immer spannenden Feuilleton eine politisch korrekte Postille machen zu müssen.
Mangels Zahlungsbereitschaft für Regierungslob und Mainstreamthemen kündigte ich um 2012 mein langjähriges Abonnement. Seither habe ich nie wieder das Bedürfnis nach Zeitungslektüre verspürt, zumal das Netz mehr Vielfalt und Offenheit für Diskurs bietet.
Doch neulich erst fand sich ausgerechnet im Unterhaltungsteil eines Düsseldorfer Blattes etwas, was mich dann doch begeisterte.
Allerdings kam ich nicht selbst darauf – vielmehr machte mich eine Dame aus Dortmund, die ungenannt bleiben möchte, auf das hier aufmerksam:

Auf dem Flohmarkt habe man diese gut erhaltene Beilage des Düsseldorfer Stadtanzeigers von Oktober 1931 gefunden – so die Einsenderin.
Ich war elektrisiert, denn das abgebildete Fahrzeug ist gewissermaßen das Einhorn unter den Modellen der deutschen Traditionsfirma Brennabor aus Brandenburg an der Havel.
Von dem schicken Coupé wurde damals nur ein Exemplar gefertigt – als Prototoyp eines neuen 6-Zylindermodells mit Frontantrieb und unabhängig aufgehängten Rädern.
Vorgestellt wurde dieses vielversprechende Fahrzeug auf dem Pariser Autosalon. Frontgetriebene Autos wurden Anfang der 1930er Jahre von einer Reihe von Herstellern marktreif gemacht – in Deutschland gebührt das Verdienst Stoewer (1930) und DKW (1931).
Doch so ein repräsentatives Fahrzeug, zudem mit 2,5 Liter-Sechszylinder, das hatte noch niemand in dieser Kategorie zuwegegebracht. Leider verhinderten die erheblichen wirtschaftlichen Probleme von Brennabor eine Serienproduktion.
Mangels Kapital blieb es bei dem schönen Traum – zwei Jahre später war der Automobilbau bei Brennabor Geschichte. Entsprechend rar sind Abbildungen des 1931er Prototyps.
Wäre ich auf ein echtes Originalfoto dieses Wagens gestoßen, wäre das mindestens ein Fall für den Fund des Monats gewesen.
Doch auch so kommt man immerhin zu der Erkenntnis, dass sich die Lektüre einer Zeitung auch im 21. Jh. noch lohnen kann. Und sei es nur, weil man dabei erfährt, was unsere Altvorderen vor 95 Jahren sonst noch so bewegte…

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