Bilder von Fiat-Automobilen chronologisch geordnet
© Originalfotos und Dokumente aus Sammlung Michael Schlenger, sofern nicht anders angegeben; Weiterverwendung nur mit Quellenangabe

























































































































































Bilder von Fiat-Automobilen chronologisch geordnet
© Originalfotos und Dokumente aus Sammlung Michael Schlenger, sofern nicht anders angegeben; Weiterverwendung nur mit Quellenangabe

























































































































































Wundergläubig bin ich ja nicht – da halte ich es ganz mit meiner lebensklugen Mutter. Die pflegte zu sagen, wenn mal wieder einer „wie durch ein Wunder“ irgendein Massenunglück überlebt hatte: „Die anderen hatten wohl einfach Pech gehabt.“
Aber wunderbar anmutende Dinge mag ich trotzdem und mein Blog hat mir über die letzten Jahre schon einiges in dieser Richtung beschert.
Jüngst bekam ich Post von Stephan Schröter aus Sachsen, der im winzigen Ort Scheckthal in der Oberlausitz ganz im Osten Deutschlands ein Grundstück mit altem Hof besitzt.
Ebendort, so schrieb er mir, entstand im Mai 1933 das folgende Foto, das anlässlich des Treffens der Familien Hoffmann und Herzog entstand.
Und da muss ich einfach sagen: „Wunderbar sind diese Wege, auf denen mich solche schönen Zeitdokumente erreichen„:

Natürlich wollte Stephan Schröter wissen, was das für eine mächtige Limousine mit Zulassung im Raum Dresden war, die einst auf dem Land haltmachte.
In der Tat handelt es sich bei dem Wagen mit der markant unterteilten Kühlerpartie und diagonal verlaufenden Streben um ein in deutschen Landen damals eher seltenes Fabrikat.
Zwar ahnt der Kenner, dass es sich um eines der vielen US-Modelle handelte, die in den 1920er und 30er Jahren in Deutschland so stark präsent waren wie später nie wieder.
Dafür spricht nicht nur das Styling des Kühlers, das sich ähnlich allenfalls bei Stoewer findet (dort orientierte man sich in den späten 20ern an US-Fabrikaten), sondern auch die Doppelstoßstange mit wappenförmigem Emblem in der Mitte und die am Ende der Motorhaube seitlich angebrachten Parkleuchten.
Mir kam das Ganze bekannt vor – ich hatte hier ein Cabrio dieses Typs besprochen – und nach kurzer Recherche war die Sache klar: Es war ein Sechszylinder-Oakland des Modelljahrs 1929, der anno 1933 in Scheckthal zu Besuch war.
Das ist ganz wunderbar, dass sich nach so langer Zeit ein Vorkriegsauto so präzise identifizieren lässt und obendrein Ort, Zeit und Situation bekannt sind.
Wer auch immer diesen Abzug damals von Hand beschriftete, war der Meinung, dass Gottes Wege wunderbar sind – jedenfalls teilte mir Stephan Schröter mit, dass dies mit Verweis auf die Bibel-Psalmen 84 und 86 dort vermerkt sei.
Wie gesagt, ich selbst bin eher skeptisch, was den Gehalt dieser alten Erzählungen angeht.
Doch obwohl (oder weil) ich ein „Heidenkind und Freund des guten Geschmacks“ bin, wie es vor rund 35 Jahren ein Marburger Archäologenpaar formulierte, mit dem ich eine Grabungssaison in der Bad Nauheimer Keltensaline verbrachte, bin ich zugleich ein Bewunderer der geistlichen Musik von Johann Sebastian Bach.
In der Kantate „Meine Seele erhebt den Herren“ (BWV 10) findet sich fast wortgleich: „Wie wunderbar sind deine Werke„. Und das war wohl auch gemeint.
DAS würde ich auch unterschreiben, es aber auf den Genius des Menschen beziehen, der selber Wunder tun kann, wenn er nicht gerade Krieg führt oder anderen Irrsinn treibt…
Versteckt ist das Zitat in der gewohnt meisterhaften Darbietung der Netherlands Bach Society (in Deutschland sucht man Vergleichbares inzwischen vergebens):
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