Auf den Titel meines heutigen Blog-Eintrags kam ich unter anderem deshalb, weil ich derzeit südlich der Alpen weile.
Nachdem ich es mit einer Tankfüllung (55 Liter) aus der hessischen Wetterau knapp bis nach Como geschafft hatte – für einen Benziner-SUV nicht schlecht, wie ich finde – kam ich in den Genuss der italienischen Kraftstoffpreise.
Selbst an der Autobahn 30 Cent weniger pro Liter als in der Heimat! Natürlich sind einzelne Preise länderübergreifend nur schwer vergleichbar – Kaufkraft, Wettbewerbsgrad und das Ausmaß der Trittbrettfahrerei des Fiskus wirken sich unterschiedlich aus.
Dennoch kann ich vermelden, dass die Italiener gut lachen haben, was die Energiepolitik angeht. Beispiel: Eigene Erdgasförderung, Gaslieferanten in mehreren Ländern und Neubau einer Pipeline von der nördlichen Adria nach Mittelitalien, aktuell doppelt so hohe Speicherstände wie in Deutschland – das zeugt von politischer Verantwortung und Infrastrukturkompetenz.
„Die haben gut lachen“ – darüber werden Italiener dennoch nur den Kopf schütteln. Für sie gibt es nicht das kindische Konzept von „Vater Staat“, sondern man beäugt das Geschehen in Rom von jeher skeptisch bis verächtlich.
Das hat auch mit den Erfahrungen der 1930/40er Jahre zu tun, als sich Italien unter dem Alt-Kommunisten Mussolini anschickten, erst größenwahnsinnig auf den Spuren des römischen Imperiums zu wandeln und sich dann mit den noch größenwahnsinnigeren National-Kollektivisten in Germanien (ausgerechnet!) zusammenzutun.
In diese Zeit einer politisch fatalen Allianz faschistischer Staatsapparate fällt indessen eine Phase fruchtbarer Zusammenarbeit immerhin in einer Hinsicht.
Der Autokonzern Fiat – schon seit den frühen 1920ern ein weltweit agierendes Unternehmen mit Massenfabrikation nach US-Vorbild – nutzte die Angebotslücke in Deutschland, um sich neben anderen Importeuren aus den USA, Österreich und Frankreich den Teil des Markts zu sichern, den die heimischen Hersteller nicht abzudecken vermochten.
Ende der 20er Jahre übernahm Fiat die einstige Autofabrik von NSU in Heilbronn und baute dort bis in die 60er praktisch alle Modelle der Kleinwagen- und Mittelklasse.
Dazu zählte auch das 1-Liter-Modell 508 „Balilla“, das Anfang der 30er das untere Ende der Modellpalette markierte – hier die offene Werksausführung „Spyder“:

Der 1932 eingeführte simple, aber gefällige Wagen mit Fiat-typischen Nehmerqualitäten wurde ab 1934 in der verfeinerten Variante 508A angeboten – mit modernisierten Karosserien, spürbarer Leistungsspritze, 4-Gang-Getriebe und Hydraulikbremsen.
Beide Ausführungen waren schon des öfteren Gast in meinem Blog und sind entsprechend zahlreich auch in meiner Fiat-Galerie zu finden. Auf alten Fotos findet man sie oft mit deutscher Zulassung, auch mit Aufbauten, wie so nur in Deutschland entstanden.
Speziell offene Ausführungen (abgesehen vom Roadster oder „Spyder“) waren eine Domäne des deutschen Fiat-Werks, in Zusammenarbeit mit diversen Karosserielieferanten.
Ein besonders schickes Exemplar habe ich heute im Angebot:

„Die haben gut lachen„, nicht wahr? So eine flotte Ausführung als Cabrio-Limousine gab es südlich der Alpen nicht, dieses Konzept war eine deutsche Spezialität.
Auf weitere deutsche Spezialitäten jener Zeit an dem Wagen brauche ich nicht eigens aufmerksam zu machen, sie sind nun einmal Teil dieses Zeitdokuments und meine Leser wissen, dass ich jede Form von Sozialismen strikt ablehne, ganz gleich, welchen Teil der Farbpalette sie sich zueigen machen.
Mir ist aber auch bewusst, dass es albern wäre, jeden einst mit dergleichen Symbolen abgelichteten Zeitgenossen als Systemsympathisanten oder gar Täter abzuqualifizieren.
Um eine Gesellschaft zu beherrschen, zu terrorisieren und sie zu anzustacheln, genügt eine straff organisierte und willensstarke Minderheit mit Zugang zu den Spitzen von Militär, Konzernen, Kirchen – und ganz wichtig: Massenmedien.
Ohne eifrige Mitläufer wird es freilich nichts, wenn es darum geht, die Masse gefügig zu machen – auch das ist bekannt und ein Muster, das sich immer wieder neu zeigt.
Nach dieser notwendigen Bemerkung ist es erlaubt, sich an dem heute vorgestellten Zeitzeugnis in Sachen Vorkriegs-Fiat aus deutscher Produktion zu erfreuen und sich auch von den beiden ziemlich harmlos wirkenden Damen anstecken zu lassen (ich weiß, das sind u.U. die schlimmsten…) – auch wenn es aktuell nicht viel zu lachen gibt…
Copyright: Michael Schlenger, 2026. All entries in this blog (including embedded photos) are copyrighted by the author, unless otherwise indicated. Excerpts and links may be used, provided that credit is given to Michael Schlenger and https://vorkriegs-klassiker-rundschau.blog with appropriate and specific direction to the original content.





















































































