Gewappnet für den Winter: Ford „Köln“

Heute nachmittag konnte ich noch kurzärmelig bei 10 Grad im Garten werkeln – die Sonne sorgte für die Wärme auf der Haut, welche die Luft vermissen lässt.

Doch nun, kurz vor Mitternacht, ist’s richtig kalt im Hof, der Himmel sternenklar – werden die Geranien die Nacht frostfrei überstehen?

So schnell kann das gehen, dabei ist es gefühlt erst ein paar Wochen her, dass die Deutschen wegen hochsommerlicher Temperaturen jammerten, deretwegen sie früher im August begeistert den Mittelmeerraum aufgesucht haben.

Mit Blick auf die Gasspeicherstände in Italien (über 90 %) im Vergleich zu Germanien (weit unter 70 %) könnte man glatt auf die Idee kommen, auch im Winter gen Süden zu fliehen. Frostig zugehen kann es dort ebenfalls – speziell in der Mitte und in Höhenlagen – doch dafür muss man nicht um ausreichend Brennstoff bangen.

Sich für den Winter zu wappnen, war einmal eine Kompetenz, die hierzulande selbstverständlich beherrscht wurde. Nicht nur die Bahn war ein Vorbild in dieser Hinsicht, auch die Automobilisten wussten genau, was zu tun ist.

Da in der Vorkriegszeit die meisten Autos noch keinen Thermostat zur Regelung der Wassertemperatur des Motors besaßen, behalf man sich mit kunstledernen Überzügen, die man am Kühler anbrachte und mit denen sich der Luftdurchsatz so weit drosseln ließ, dass der Motor bei niedrigen Außentemperaturen schneller warm wurde und es auch blieb.

Diese Kühlerhauben gab es passend für alle gängigen Modelle und mitunter sogar mit Markenemblem wie hier:

Ford „Köln“; Originalfoto: Sammlung Michael Schlenger

Doch auch ohne den „Ford“-Schriftzug wären regelmäßige Leser meines Blogs in diesem Fall gut gewappnet – denn das schmale und hochbeinige Fahrzeug mit den nach hinten versetzten schrägen Luftschlitzen in der Motorhaube war hier schon oft zu Gast.

Schön war er nicht gerade, der Ford „Köln“, welcher die in Deutschland gebaute Version des britischen „Y“-Types war – ein Kleinwagen der 1 Liter-Klasse mit 21 PS, der von 1933 bis 1936 gebaut wurde.

Die sportlich wirkenden Drahtspeichenräder waren übrigens serienmäßig wie einst schon beim legendären Ford Model A.

Wie man hier sieht, sammelte man damit im Winter zuverlässig den Schnee auf verschneiten Straßen ein, doch das war egal. Hauptsache, man kam überhaupt vorwärts und konnte vielleicht einen sonnigen Wintertag zu einem Ausflug nutzen.

Im vorliegenden Fall wird das im Umland von München der Fall gewesen sein, denn der Originalabzug trägt umseitig den Stempel eines Fotogeschäfts in der bayrischen Hauptstadt.

Das war auch schon alles, was es heute zu berichten gibt – inspiriert von den Kühlschranktemperaturen draußen.

Werde diese Woche wohl die empfindliche Kübelpflanzen in die alte Ziegelsteinhalle verfrachten, in der auch meine motorisierten Freunde wohnen. Außerdem wird der bereits im Vorjahr angelegte üppige Holzvorrat weiter aufgestockt – denn wenn der Winter wirklich kommt, will man für den Fall der Fälle gut gewappnet sein.

Wie das geht und wie man dabei nebenher auch noch gute Figur macht, zumindest das können wir von den Altvorderen lernen…

Ford „Köln“; KI-gestützte Kolorierung: Michael Schlenger

Copyright: Michael Schlenger, 2026. All entries in this blog (including embedded photos) are copyrighted by the author, unless otherwise indicated. Excerpts and links may be used, provided that credit is given to Michael Schlenger and https://vorkriegs-klassiker-rundschau.blog with appropriate and specific direction to the original content.

Kommentar verfassen