Heute gehen wir der zeitlosen Frage nach, ob wir eigentlich auf dem rechten Weg sind.
Nun, für den weit überwiegenden Teil der Trends, die sich im Deutschland des 21. Jh. abzeichnen, möchte ich das verneinen.
Aber vielleicht kann aber jemand aufzählen, was sich für die hart arbeitenden und noch härter steuerzahlenden Bürger in der Breite so alles an Positivem ergeben hat im letzten Vierteljahrhundert – und weshalb unser Gemeinwesen insgesamt richtig unterwegs ist auf seinem Weg durch die Zeit.
Weniger rhetorisch ist indessen meine Frage gemeint, ob wir den Weg der Herrschaften auf dem folgenden Foto nachvollziehen können, auch wenn sich der Straßenstaub ihrer Tour bereits vor dem 1. Weltkrieg gelegt haben dürfte.
Dummerweise hat die Aufnahme auf ihrem Weg durch die Zeit selbst einigen Schaden erlitten und beträchtlich Staub angesetzt:

Immerhin ist zu erkennen, dass der Wagen ein deutscher „NAG“ aus der Zeit um 1910 war – bei diesem eher kompakten Exemplar des Typs 6/18 PS war das Kürzel in einem Dreieck auf dem markentypischen Ovalkühler angebracht.
Der Kleinwagen aus der Berliner Traditionsschmiede, die auch Luxuswagen für die „Eliten“ des Deutschen Reichs baute, wurde mit dem charmanten Beinamen „Darling“ angeboten, was im Englischen soviel wie „Liebling“ bedeutet.
Wer die britische Satire-Serie „Blackadder“ kennt, in welcher der als Mr. Bean bekannte Rowan Atkinson seine besten Rollen hatte, wird beim Anblick der beiden uniformierten Herren im Fonds nun vermutlich an den von Stephen Frey brillant gespielten General Melchett und seinen Adjutanten Captain Darling denken.
„Na, sind wir hier richtig, Darling?“ meint man den stets gut gelaunten General fragen hören.
Nun, dazu müsste man überhaupt erst einmal wissen, wo es lang geht – also die alte Frage nach dem rechten Weg, dem es zu folgen gilt. Dafür bietet die eingangs gezeigte Aufnahme aus der Sammlung von Leser Matthias Schmidt sogar einen hübschen Wegweiser.
KI-gestützt habe ich den Versuch unternommen, diesen zu lokalisieren. Tatsächlich wird man in der Nähe von Salzgitter fündig. Dort gibt es die Orte Gebhardshagen und Lichtenberg, die rund 7 Kilometer auseinanderliegen. Unterwegs gibt es einen Abzweig nach Salder. So lassen sich jedenfalls die rudimentären Ortsnamen lesen.
Auf dieser Grundlage habe ich das arg mitgenommene Originalfoto KI-gestützt restauriert und bei der Gelegenheit, den Ortsnamen Gebhardshagen deutlicher wiedergegeben:

Sind wir hier mit Darling & Co. tatsächlich auf dem rechten Weg?
Für den angenommenen Trip im Braunschweigischen wäre der NAG ein hübsches Stück fern der Heimat unterwegs gewesen – er war nämlich im Raum Nürnberg zugelassen, wenn ich das Nummernschild richtig interpretiere.
Was ist Ihre Interpretation und Einschätzung, liebe Leser? Bin ich hier womöglich auf dem Holzweg und der NAG „Darling“ hatte andernorts haltgemacht?
Nicht zuletzt: Was waren das für Uniformträger im Heck des Wagens? Wussten die vielleicht berufsbedingt, wo’s langgeht oder taten zumindest so, als hätten sie die Orientierung?
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