Davor muss keiner mehr zittern: Wanderer W23

Vor über 80 Jahren zitterte halb Europa angesichts des neuerlichen „furor teutonicus“ in Gestalt der deutschen „Wehrmacht“.

Mögen auch die militärischen Erfolge zu einem guten Teil vom Schlachtenglück begünstigt worden sein, kennt die internationale Literatur keinen Zweifel an der enormen Kampfkraft der germanischen Kriegsmaschine 1939-45.

Heute dagegen werden hunderte von Milliarden in einer von Beamten-Generälen ohne Divisionen dominierten Truppe namens Bundeswehr versenkt, die schon zur Zeit des Kalten Kriegs nur begrenztes Ansehen besaß.

Heute las ich, dass ausgerechnet beim Oldtimer-Panzer „Marder“, auf dem ich vor bald 40 Jahren als wehrpflichtiger Grenadier ausgebildet wurde, die Installation der neuen digitalen Funkgeräte der BW aus Platzgründen gescheitert ist.

Das Bizarre ist weniger, dass man erst anno 2026 die analogen Funkgeräte ersetzt, die ich dereinst noch bedient habe, auch nicht, dass diese Blechbüchsen mit Spatzenflak im Zeitalter der Drohne obsolet sind, sondern dass man nicht einmal imstande ist, en masse auf den seit Jahren existierenden Nachfolger „Puma“ umzustellen.

Offenbar ist die angebliche Ingenieursnation Deutschland im 21. Jahrhundert auch nach mehrjähriger Injektion zusätzlicher Milliardenbeträge unfähig, eine simple Skalierung seiner Waffenproduktion zuwegezubringen.

An dieser Stelle erlaube ich mir die Feststellung: Das ist nach den historischen Erfahrungen auch besser so. Mir persönlich würde ja schon eine robuste Grenzsicherung genügen, nebenbei einer der Hauptgründe, weshalb man als Bürger eines Staates Steuern zahlt.

Immerhin registrieren unsere Nachbarn spätestens nach Erprobung der Deutschen Bahn mit kaum verhohlener Zufriedenheit die Impotenz des einst gefürchtesten Nation Europas.

Vor deren unbestelltem Auftritt in allen Nachbarländern (mit Ausnahme der bis an die Zähne bewaffneten Schweiz) zitterte einst offenbar auch der Fotograf dieser Szene:

Wanderer W23 Limosine; Originalfoto: Sammlung Michael Schlenger

Irgendwo in Osteuropa wird diese verwackelte Aufnahme entstanden sein, offenbar in einer Region, in der keine Gegenwehr mehr zu erwarten war – darauf deutet das Fehlen von Tarnscheinwerfern an dem ganz offenbar zur „Wehrmacht“ gehörigen Auto hin.

Die markante Kühlerpartie verrät, dass wir es mit einem „Wanderer“ der späten 1930er Jahre zu tun haben. Der Limousinenaufbau in Verbindung mit der zweigeteiten Frontscheibe deutet auf das 6-Zylindermodell W23 hin, das von 1937 bis 1941 gebaut wurde.

Der über 60 PS leistende Wagen diente wie unzählige andere hochwertige Automobile vornehmlich als Fortbewegungsmittel von Offizieren. Das heute vorgestellte Exemplar ist ein besonders anschauliches Exemplar.

Nach meiner Interpretation sehen wir hier einen Infanterieofffizier, der sich mit Reithosen präsentiert, auch wenn diese nicht gerade notwendig waren. Die Herrenreiter-Attitüde des selbstbewusst posierenden Uniformierten macht sie aber durchaus passend.

Blendet man die Kriegssituation einmal aus, wüsste man schon gerne, wie sich die Situation dargeboten hätte, hätte der Fotograf nicht davor gezittert.

Nun, KI macht auch das möglich, wenngleich mit weitem Interpretationsspielraum.

Zur Wiedergabe der vier Ringe des Auto Union-Konzerns konnte ich sie bewegen, die Verwandlung der unscharfen Kühlerfigur in ein geflügeltes W habe ich ihr aber nicht abringen können:

Wanderer W23 Limosine; KI-optimiertes Foto aus Sammlung Michael Schlenger

An der KI-optimierten Fassung mag es das eine oder andere Detail auszusetzen geben, das auf dem heftig verwackelten Original kaum zu erkennen ist.

Doch das meiste ist akkurat wiedergegeben, darunter das „Wehrmachts“-Kennzeichen, aber auch das stark verbogene Trittbrett, das mir zuvor nicht so aufgefallen war.

Aufnahmen wie diese wird es außerhalb deutscher Gefilde in unseren Tagen nicht mehr geben, so sehr von offenbar vorbelasteten Herren im Rentenalter (oder kurz davor) von der anzustrebenden Kriegstüchtigkeit der Deutschen fabuliert wird.

Die Sache wird schon an der in der Breite nicht mehr vorhandenen Fitness scheitern, von der mangelnden Kriegermentalität ganz zu schweigen. Die Deutschen, vor denen einst Europa zitterte, sind dabei zu verschwinden – nur alte Fotos künden noch davon..

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