Heute mache ich Ihnen ein Angebot, dem Sie mangels Alternative kaum widerstehen können. Was wie das Versprechen windiger Verkäufer klingt, ist indessen wie alles hier frei von Risiken und Nebenwirkungen (außer vielleicht leichten Suchtgefahren).
Sie müssen wie gewohnt nichts bezahlen und können das Angebot gegebenenfalls mit Nichtbeachtung strafen.
Alternativlos ist die Sache gleichwohl, denn von dem Wagen, den ich Ihnen heute erstmals präsentieren will, habe ich (bisher) nur eine Aufnahme. Allerdings stellt sich dabei gewiss noch kein wildes Begehren ein – seien Sie also unbesorgt.
Weil es sich um eine ziemlich nebulöse Angelegenheit handelt, will ich zuvor Ihren Blick schärfen und daran erinnern, wie lebendig alte Fotos von Vorkriegsautos wirken können – wenn man Glück hat wie in diesem Fall:

Wie das Kühleremblem erkennen lässt, haben wir hier einen „Adler“ aus Frankfurt/Main vor uns.
Die Kombination aus Flachkühler und großen Radkappen mit fünf Radbolzen verrät dem Kenner, dass es sich um das Modell „Primus“ handelt, das genau so nur 1932 gebaut wurde.
Der Primus war das konventionell mit Heckantrieb versehene Schwestermodell des brandneuen Fronttrieblers von Adler – des „Trumpf“, der die Grundlage für den größten Absatzerfolg der Traditionsmarke überhaupt schaffen sollte.
Der Trumpf war äußerlich an einem schön gestalteten, leicht schrägstehenden Kühler und hinter der Radkappe verborgenen Radbolzen zu erkennen.
Dieses Detail wurde ab 1933 für den Primus übernommen, er behielt aber die markante, noch an die großen Modelle Standard 6 und Favorit der Endzwanziger erinnernde Gestaltung der Räder bei.
Da sich zwischenzeitlich der frontgetriebene „Trumpf“ zum Renner entwickelt hatte – jedenfalls was den Absatz betraf – sind zeitgenössische Fotos des Primus mit dem „Facelift“ ab 1933 deutlich seltener.
So kommt es, dass mein Fundus zwar unzählige Aufnahmen des Trumpf und des späteren Trumpf Junior umfasst (die meisten sind noch unveröffentlicht), aber nur ein einziges Foto des „Primus“ mit der vom Trumpf übernommenen Kühlerpartie:

Aufregend ist das wirklich nicht, was Adler da in Sachen Primus neu im Angebot hatte – jedenfalls nicht, wenn man dieses verwackelte und mäßig erhaltene Foto zum Maßstab nimmt.
Aber warten Sie’s ab – das eingangs erwähnte unwiderstehliche Angebot kommt noch. Zuvor sei angemerkt, dass Adler den Primus ab 1934 erstmals mit Aufbau als 4-türige 6-Fenster-Limousine offerierte wie hier zu besichtigen.
Man darf davon ausgehen, dass dieser repräsentative Aufbau mit dem 1,7 Liter-Motor (38 PS) ausgestattet wurde – das bis 1934 noch angebotene 1,5 Liter-Aggregat (33 PS) wäre dafür noch weniger geeignet gewesen.
Vom Hubraum und der Konstruktion her wären im Fall des 1,7 LIter auch gut 40 PS drin gewesen, aber bei Adler blieb man stets konservativ auf dem Leistungssektor.
Jetzt hat man schon so einen seltenen Vogel namens Primus auf altem Fotopapier und dann wird das Konterfei dem durchhaus repräsentativen Auto so gar nicht gerecht.
Das bewog mich dazu, so zu tun, als sei der Wagen in Wahrheit ganz neu im Angebot gewesen, als er abgelichtet wurde. Dazu hatte man ein Fantasie-Kennzeichen montiert, das signalisierte: „Hier werden alle Wünsche erfüllt!“
Zumindest für diejenigen, die Spaß an solchen Sachen haben, habe ich mir so erlaubt, mit-KI-Unterstützung den Wunsch nach einer quasi ladenneuen Variante des Primus zu erfüllen:

Ein paar Details mögen wie immer nicht perfekt sein – aber im Vergleich zu der miserablen Vorlage kann sich diese aufgemöbelte Variante sehen lassen, meine ich.
Wer mag, kann gern das Originalfoto einer identischenn 6-Fenster-Limousine auf Basis des Adler „Primus“ von 1934/35 in Werner Oswalds Standardwerk „Adler Automobile 1900-1945“ auf S. 61 studieren, um meine Kreation zu evaluieren.
Wie eingangs gesagt: Mangels Alternative (zumindest in meinem Fundus) ist das ein unwiderstehliches Angebot, wenn man dem Adler Primus in der großzügigen Ausführung als Sechsfenster-Limousine so nahe kommen möchte wie irgend möglich.
Ich bin sicher: da draußen gibt es auch historische Originalfotos, die das in den Schatten stellen – nur zu gerne würde ich sie hier präsentieren.
Denn zumindest, was die Fotodokumentation von Adler-Automobilen angeht, ist mein kostenloses Angebot hier im Netz ohne Alternative – ist das nicht unwiderstehlich?
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