Werbung wird von vielen – seien wir ehrlich – als notwendiges Übel empfunden. Es gibt jedoch Ausnahmen, wo den Werbeleuten Sternstunden gelingen, die in Erinnerung bleiben. Legendär in dieser Hinsicht ist ein Film, in dem einst Volkswagen die Frage beantwortete, wie der Fahrer des Schneepflugs im Winter eigentlich zur Arbeit kommt – genau: im Käfer. © VW-Werbung 1963; Videoquelle: YouTube; Urheberrecht: Volkswagen AG Diese Werbung funktionierte deshalb, weil sie nahe … Weiterlesen
Archiv für den Monat: November 2015
„Rally“-Cyclecar: Der Bugatti des kleinen Mannes
Die Tradition der „Cyclecars“ – kleiner, leichter Sportwagen der 1920er und frühen 1930er Jahre – wird auch hierzulande von Enthusiasten gepflegt. Bei den Classic Days 2014 auf Schloss Dyck waren einige im Einsatz zu sehen. © Cyclecars, Classic Days 2014; Bildrechte: Michael Schlenger Im Cyclecar-Segment dominieren französische Marken wie Amilcar, Mathis und Salmson. Deutsche Fabrikate sind kaum anzutreffen, obwohl hierzulande einst zahllose Produzenten kleinvolumige Wagen fertigten. Vermutlich war seinerzeit in … Weiterlesen
1933: Im Mercedes 200 von Berlin nach Monte-Carlo
Vor dem 2. Weltkrieg war beim Auto die Höchstgeschwindigkeit im Alltag weniger wichtig – sie war durch die Straßenverhältnisse, die Qualität der Reifen und das Bremsvermögen ohnehin begrenzt. Was zählte, war Zuverlässigkeit – gerade in Europa, wo die Besteuerung nach Hubraum zu kleinvolumigen Motoren führte, die ständig hoch belastet wurden. Daher unternahmen die Hersteller bei neuen Modellen oft publikumswirksame Langstreckenfahrten, um die Qualität der Konstruktion unter Beweis zu stellen. Hierbei … Weiterlesen
Ford Buckeltaunus: einst populär, heute selten
Wenn man in der Wetterau wohnt, gibt es kaum einen Ort, von dem aus man den Taunus nicht sehen kann. Eindrucksvoll grenzt das Mittelgebirge unsere Region nach Westen ab und beschert uns nebenbei ein angenehmes Mikroklima. Weit schwerer ist es, heute noch einen Ford Taunus zu Gesicht zu bekommen. Speziell die frühen Modelle mit der markanten Hecklinie („Buckeltaunus“) scheinen fast ausgestorben zu sein. Kürzlich ist der Verfasser auf dieses zeitgenössische … Weiterlesen
Elite – Qualitätsmarke der 1920er Jahre aus Sachsen
Vor dem 2. Weltkrieg waren etliche bedeutende deutsche Automobilfirmen in Sachsen angesiedelt. Zu den heute noch bekannten Marken gehören DKW, Horch und Wanderer, die 1932 mit Audi in der Auto-Union zusammengefasst wurden. Einer der vielen Hersteller aus der Region, die nur noch Spezialisten geläufig sind, waren die Elitewerke aus Brand-Erbisdorf. Mit weniger als 10.000 Einwohnern dürfte das Städtchen im Erzgebirge der kleinste Ort in Deutschland mit eigener Automobilfabrikation gewesen sein. Man … Weiterlesen
„The Race of Gentlemen“: Klassische Hotrods in Aktion
Mit Hotrods tun sich manche Klassikerfreunde schwer. Zu extrem finden sie viele Umbauten, zu „rattig“ den Zustand der Fahrzeuge, zu „schräg“ oft auch die Besitzer. Dabei gibt in der Hotrod-Szene ganz unterschiedliche Kulturen, die einen jeweils eigenen Stil pflegen. Da gibt es die klassischen Umbauten auf Basis des Ford T und A, am besten mit einem V8-Motor und „gestrippter“ Karosserie – gern in Schrottplatz-Optik. Nachfolgend ein Extrembeispiel auf Model-T-Basis: © … Weiterlesen
Aerodynamik in Reinform: Rumpler-Tropfenwagen
Erste Gefährte mit stromlinienförmiger Karosserie gab es schon vor dem 1. Weltkrieg. Doch erst die Erfahrungen mit dem Bau von Kampfflugzeugen gaben dem Stromliniengedanken Auftrieb. Zu den Konstrukteuren, die nach dem Krieg gleich in mehrfacher Hinsicht Erkenntnisse aus dem Flugzeugbau bei Automobilen umzusetzen suchten, gehörte der Österreicher Edmund Rumpler. Nachdem eigene Flugzeugentwürfe gescheitert waren, baute Rumpler ab 1910 die „Taube“ von Igo Etrich in Lizenz und entwickelte sie weiter (siehe … Weiterlesen
Damenteam beim 24 Std.- Rennen mit Vorkriegs-Bentley
Fahrer von Vorkriegs-Bentleys sind bekannt dafür, dass sie weder ihre Wagen noch sich selbst schonen – speziell, wenn sie aus England kommen. Immerhin geht es darum geht, die Tradition der Bentley-Boys aufrechtzuerhalten, die auch abseits der Rennstrecke einen rasanten Lebensstil pflegten. Für Besucher der Classic Days auf Schloss Dyck gehört es zu den schon traditionellen Höhepunkten der Veranstaltung, wenn jährlich die Bentleys des Londoner Benjafield’s Racing Club einfallen. Ehrensache, dass … Weiterlesen
Maybach-Motoren für die Zeppelin-Luftschiffe
Unter den in den 1930er Jahren in Deutschland gefertigten Automobilen war der rund 200mal gebaute Maybach Zeppelin eine Klasse für sich. Kein anderer Hersteller im Deutschen Reich bot einen solchen Luxuswagen mit 12-Zylinder-Motor an, der den Gegenwert eines Einfamilienhauses kostete. Der Wagen war so kolossal geraten, dass der zunächst verbaute 7-Liter-Motor (150 PS) überfordert war. Nach einem Jahr Bauzeit wurde er daher durch ein 8-Liter-Aggregat mit 200 PS ersetzt. © … Weiterlesen
Klassiker der 1930er Jahre in Wiesbaden
Während moderne Autos in historischen Innenstädten störend wirken, ergänzen Vorkriegsfahrzeuge eher das Idyll. Der Grund: Ihre Formensprache knüpfte noch an über Jahrhunderte gültige gestalterische Prinzipien an. Anschaulich macht dies die Kühlermaske von Rolls-Royce, die sich an griechischen Tempelfassaden mit Säulen und Dreiecksgiebel orientiert. Ein solcher Wagen wirkte auch vor dem Eingangsportal eines 200 Jahre alten Herrenhauses harmonisch. © Rolls-Royce 20HP, Kronprinz Wilhelm Rasanz 2015; Bildrechte: Michael Schlenger Es ist interessant … Weiterlesen
Dampfwagen in Perfektion: Das Doble Steam Car
In der Frühzeit des Automobils war keineswegs vorgezeichnet, welche Antriebstechnik das Rennen machen würde: Verbrennungsmotor, Dampfmaschine oder Elektroantrieb. Vor allem, was Betriebsgeräusch, Vibrationen und Anfälligkeit anging, war der Benzinmotor im Nachteil. Auch in punkto Spurtstärke und Höchstgeschwindigkeit musste er sich noch einige Zeit geschlagen geben. Er konnte nur den geringeren Platzbedarf und einen Gewichtsvorteil für sich verbuchen. Kaum überraschend, dass zuverlässige und leistungsfähige Dampfwagen wie die amerikanischen Stanley Steamer vor … Weiterlesen
Im Tatra 87 durch Afrika und Lateinamerika
Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Tatra mit dem Modell 77 das erste Serienfahrzeug mit Stromlinienkarosserie und Heckmotor gebaut (ab 1934). Alle vorherigen Versuche (Claveau, Burney, Briggs) waren im Prototypenstadium steckengeblieben. © Tatra 77 in der Klassik Remise Düsseldorf, 2015; Bildrechte: Michael Schlenger Der kurze Zeit später vorgestellte Tatra 87 folgte demselben Konzept, war aber etwas kürzer, deutlich leichter und damit noch leistungsfähiger. Dieses Modell sollte bis 1950 nur wenig … Weiterlesen
Inspiriert von der Stromlinie: Der Röhr 8F
In den 1930er Jahren experimentierten fast alle Autohersteller mit der Stromlinienform, die bereits in den 20ern aus der Erfahrung mit dem Flugzeug- und Zeppelinbau abgeleitet worden war. Während die Protypen von Burney und Briggs sowie die Serienwagen von Tatra und Chrysler das Stromlinienideal konsequent umzusetzen suchten, wurden bei anderen Fahrzeugen nur einzelne Elemente als modisches Zitat verwendet. Mit solchen Pseudo-Stromlinienwagen erreichte man ein progressives Aussehen, ohne das Publikum zu überfordern. … Weiterlesen
Stanley Steamer: Magie des Dampfantriebs
Vor über 100 Jahren stießen Autos mit Verbrennungsmotor auch bei fortschrittlich Gesinnten noch auf Skepsis: Das Starten von Hand erforderte Geschick, die ungedämpften Auspuffgeräusche der Motoren und der Abgasgeruch wurden als Plage empfunden. Kompliziert und defektanfällig waren die Wagen obendrein. Speziell Vergaser und Zündung waren wenig zuverlässig und wartungsintensiv. Dabei gab es mit dem Dampfantrieb eine ausgereifte Alternative. Nach dem Vorheizen war der Start kinderleicht, dampfmaschinentypisch stand die volle Leistung … Weiterlesen
Rasanz 2015: Automobile der Messingära in Aktion
Zu den wenigen Rallyes für Autos der Messingära – also Wagen bis etwa 1920 – hierzulande gehört die Kronprinz Wilhelm Rasanz am Niederrhein. Initiator ist Marcus Herfort, der mit den Classic Days auf Schloss Dyck Deutschlands wohl schönste Oldtimer-Party ins Leben gerufen hat. Im Mai 2015 fand die Rasanz zum dritten Mal statt – mit gesteigerter Teilnehmerzahl und Wagen aus mehreren europäischen Ländern. Der Verfasser hatte das Vergnügen, als Gast … Weiterlesen
Ein Jagdflugzeug aus Berlin: Albatros D V von 1918
Flop mit Folgen: der Chrysler Airflow von 1934
Die Geschichte der Stromlinie im Automobilbau lässt sich bis in die Zeit vor dem 1. Weltkrieg zurückverfolgen. In den 1920er Jahren begannen gleich mehrere Konstrukteure, die im Luftschiff- und Flugzeugbau gesammelten Aerodynamik-Erfahrungen auf Straßenfahrzeuge anzuwenden. In Deutschland waren dies Paul Jaray und Edmund Rumpler, in Frankreich Émile Claveau und in England Charles Burney. Doch keiner dieser Versuche kam über den Bau von Prototypen oder Kleinserien hinaus. Den größten Erfolg hatten … Weiterlesen
Ein nobler Lanchester von 1926
Wer sich mit der Geschichte des Automobils befasst, stößt immer wieder auf „neues“ altes Anschauungsmaterial. Speziell die Vorkriegszeit war von einer unerschöpflichen Vielfalt an Herstellern, Marken und Konzepten geprägt, die hartnäckig um den Kunden buhlten. Das Ergebnis: ein Innovationstempo und ein Grad der Individualisierung des Angebots, von dem man heute nur träumen kann. Eine schöne Gelegenheit, sich gezielt extravaganten Fahrzeugen auszusetzen, ist das jährliche Goodwood Revival Meeting in England. Der … Weiterlesen
Luftschiff Graf Zeppelin über der Wetterau
Es gibt nur wenige Gebilde von Menschenhand, die schiere Größe, technische Raffinesse und Eleganz vereinen. Neben den Ozeandampfern von einst gehören die majestätischen Zeppelin-Luftschiffe der 1920er und 30er Jahre dazu. Besondere Popularität genoss die zum Großteil aus Spenden der deutschen Bevölkerung 1928 fertiggestellte Graf Zeppelin (LZ-127). Gleichwohl stellte eine Fahrt in dem 237 Meter langen Luftschiff einen für die allermeisten unerreichbaren Luxus dar. Der Komfort der 25 Passagiere an Bord sucht … Weiterlesen
Vorkriegs-Renaults in der Sammlung Fritz Schweier
Hand auf’s Herz: Wer hat zuletzt einen R4 von Renault gesehen, der einst bei uns so verbreitet war wie die Ente von Citroen? Wann ist einem gar ein Renault Fuego aus den 1980er Jahren begegnet? Genau: Zuletzt in den 1980er Jahren. Nun war nicht jeder Typ von Renault ein so großer Wurf wie das Cremeschnittchen (4CV) oder das Heckklappen-Modell R16. Doch wenn man sich mit der Marke beschäftigt, erinnert man … Weiterlesen