Zurück aus Italien nach 13 Stunden Autofahrt und gut ausgeschlafen hat mich die Heimat nördlich der Alpen wieder. Auch wenn man die Strecke noch so genau kennt, kostet der permanente 360 Grad-Blick beim Fahren einige Kraft. Nur so kann man als Vielfahrer in den letztlich unvermeidlichen kritischen Situationen angemessen reagieren oder sogar vorausschauend sich darauf einstellen. Hinzu kommt, dass ich wo es geht und es die Lage erlaubt, schnell fahre. … Weiterlesen
Archiv des Autors: Michael Schlenger
Anhalten und die Zeit anhalten: Hansa 1100 Limousine
Beim heutigen Radeln in Umbrien ging mir wie so oft durch den Kopf, wie einfach es doch sein kann, einen uralten Traum wahrwerden zu lassen: die Zeit anzuhalten, wenn es gerade am schönsten ist. Hier scheint das vorzüglich gelungen zu sein – so bietet sich die Kulturlandschaft in der Valle Umbra seit gut 2000 Jahren dar: Die Umbrer sind ein stolzer und im besten Sinne konservativer Menschenschlag – die Moderne … Weiterlesen
Fotorätsel des Monats: Ein Hansa „Raketenauto“?
Eine gründliche Erziehung wird nicht immer als angenehm empfunden, doch bringt sie hinreichend Struktur und Disziplin ins Leben, die man immer wieder abrufen kann, wenn man sie braucht. Und wenn nicht, kann man ja alle Fünfe gerade sein lassen, wenn man will. Nur ganz ohne gewissen Ordnungssinn wird man sich zeitlebens schwertun. In meinem Blog geht es dementsprechend meist anarchistisch zu, weil ich am Ende eines diszipliniert zugebrachten Arbeitstags nur … Weiterlesen
Montags ans Meer mit Peugeot 201 von 1934/35
Montags ans Meer – das ist ein Privileg von Urlaubern und Rentnern. Ich bin weder das eine noch das andere, auch wenn ich derzeit in Umbrien in Mittelitalien weile. Der heutige, herrlich sommerliche Montag lud zwar zu einem Ausflug ans Meer ein, das rund eine Stunde Fahrtzeit entfernt liegt. Doch zum einen galt es bis zum frühen Nachmittag noch einiges an Schreibtischarbeit zu erledigen – das ist der moderate Preis, … Weiterlesen
Turiner Bubi in Bevagna: Fiat 508 „Balilla“
Die Vorkriegsauto-Geschichte, die ich heute erzähle, ist einigermaßen kompliziert – aber das habe ich mir selbst eingebrockt. Eigentlich wollte ich es mir leicht machen und einige Fotos präsentieren, die einst auf einer Tour in den Süden nach Mittelitalien entstanden. Am Wochenende fahre ich nämlich selbst dorthin und da dachte ich, dass ich meine Leser einfach mitnehmen könnte. Im letzten Moment stellte ich aber beim Studium der Aufnahmen fest: „Die fahren … Weiterlesen
Endlich groß rauskommen! Horch 400 Sport-Cabriolet
Wer wollte nicht einmal ganz groß rauskommen? Nun, vielleicht nicht auf einer Bühne, der man nicht gewachsen ist, weil es einem an der nötigen Ausbildung und Erfahrung mangelt. Ein kluger Mensch wird doch keine Position anstreben, der er nicht gewachsen ist, wo man doch sonst schon für alles Mögliche einen Befähigungsnachweis benötigt – mit Ausnahme eines speziellen Bereichs, in dem jedem Banausen alles offensteht. Das zu konkretisieren, ist hierzulande riskant … Weiterlesen
Klein-Helga in Kalkutta: Morris „Minor“ von 1932
Nach drei Tagen Hochsommer haben die Hitze-Hysteriker die erhoffte Abkühlung bekommen: Tagsüber um die 18 Grad und immer wieder Regen, so präsentiert sich der Juli derzeit in meiner Heimatregion – der hessischen Wetterau zwischen Taunus und Vogelsberg. Mir passt das Ganze gar nicht, denn ich hatte mich gerade daran gewöhnt, beim Fahren mit offenem Fenster geföhnt zu werden und bei der Gartenarbeit die Kleidung durchzuschwitzen – beides nach meinem Gusto … Weiterlesen
Hinein ins Vergnügen! BMW Cabriolet 319
Was ist nur mit dem Blogwart los? Seit wann begeistert er sich für Cabriolets? Preist er sonst nicht Wagen mit geschlossenen Aufbauten als die vollkommeren, was die Linienführung angeht? Oder hat es ihm heute einfach nur die Motorisierung des vor 90 Jahren eingeführten BMW 319 angetan? Sollte der gediegene 6-Zylindermotor mit im Zylinderkopf hängenden Ventilen, entsprechend drehfreudiger Charakteristik und 45 PS bei nur 850 kg Gewicht nicht seiner Neigung für … Weiterlesen
Prosperität von einst: Ein Citroen C4 in Clamecy
Fährt man im Herzen Frankreichs – in der Champagne und im Burgund – über Land und macht Halt in den Kleinstädten, begegnen einem allerorten die Zeugen einstiger Prosperität, bürgerlichen Stolzes und handwerklicher Meisterschaft. Selbst in Kleinstädten mit kaum 5.000 Einwohnern stößt man auf Bauten bester Machart, aus lokalem Kalkstein gefertigt, großzügig mit den Schmuckformen der jeweiligen Zeit versehen – die Nachkriegszeit ausgenommen, die in architektonischer Hinsicht den historischen Bestand generell … Weiterlesen
Fund des Monats: Ein „Mors“ Landaulet um 1910
Der Fund des Monats Juni ist ein besonders entspannender, jedenfalls für mich. Zur gelösten Stimmung mag das Inhalieren der Dämpfe des „Bondex“-Holzöls im Farbton Palisander beigetragen haben, welches ich bei allen Hölzern im Außenbereich unseres Anwesens zu applizieren pflege. Das Zeug verarbeitet sich hervorragend, kriecht in jeden Winkel und deckt nach zwei Gängen gut für einige Jahre. Vor allem gefällt mir der lebendige tiefbraune Farbton mit einem Schuss Rot darin. … Weiterlesen
Es gibt Eis, Baby! Ein Aero 662 Roadster
Wem die aktuelle herrlich trockene Wärme, deretwegen man sich sonst als Germane gewohnheitsmäßig in den Süden aufmacht, schon wieder zuviel ist – vielleicht Symptom einer körperlich immer weniger belastbaren autochthonen Population – für diejenigen also gibt es hier eine Erfrischung. Frei nach dem Großmeister des neuzeitlichen Dada-Humors Helge Schneider (nebenbei ein formidabler Jazz-Musiker, aber das sagt vielen nichts) heißt es wie immer das Thema trefflich verfehlend: „Es gibt Eis, Baby“. … Weiterlesen
Alter Schwede! „Nordberg“-Cabriolet in Dänemark
Heute verstoße ich gleich zweimal gegen das Grundgesetz – doch keine Sorge, die Sache ist (noch) nicht verfassungsschutzrelevant… Ich meine natürlich die von mir selbst erlassene Verfassung meines Blogs – die im klassisch liberalen Sinne fast alles erlaubt und nur wenige Verbote kennt, denen ich mich unterwerfe. Zu letztgenannten gehört, dass ich in zwei aufeinanderfolgenden Blog-Einträgen nicht dieselbe Marke abhandele und dass ich keine Nachkriegsautos bespreche. Nachdem ich zuletzt zwei … Weiterlesen
Ein gelungener Auftritt! Buick „Eight von 1934/35
Ob einem der Auftritt gelungen ist oder ein peinlicher Eindruck zurückbleibt, das kann mitunter von Kleinigkeiten abhängen. Wer sich im Italienischen als „traditore“ (Verräter) anstatt als „tradutore“ (Übersetzer) vorstellt, hat immerhin noch die Lacher auf seine Seite. Alten Lateinern wird dieser Lapsus übrigens nicht widerfahren, so wie sie auch wissen, dass „der Schlüssel“ südlich der Alpen weiblich ist, weil das schon bei den alten Römern so war (clavis, f). Nichts … Weiterlesen
Erfrischung gefällig? Ein Stoewer „Marschall“-Cabrio
Na, wie war Ihr Tag heute? Fanden Sie die 15 Stunden strahlenden Sonnenschein zuviel für die Jahreszeit? Waren Ihnen die herrlich warmen Temperaturen zu „heiß“? Fanden Sie den Aufenthalt im Freien unter stahlblauem Himmel irgendwie „gefährlich“? Dann sollten Sie Ihren Medienkonsum drosseln und sich vom eigenen Gefühl und der eigenen Erfahrung leiten anstatt sich einreden zu lassen, dass man sich über einen prächtigen Sommertag wie diesen in unseren Breiten nicht … Weiterlesen
„Special“ auf Wunsch per „Mail“! Dixi 9/40 PS
Sprache ist mein Handwerkszeug. Mit ihrer Analyse und Anwendung verdiene ich das Geld, das ich nach Abzug des Tributs an eine Bürokratie fragwürdiger Befähigung, Ausgaben für Kraftstoff, Katzenfutter und anderes Lebensnotwendiges in der Beschäftigung mit allerlei Antiquitäten versenke. Als Sprachhandwerker konservativer Prägung beobachte ich viele Veränderungen kritisch, etwa die Folgen der Rechtschreib“reform“, betrachte aber auch manches wohlwollend, da Sprache sich naturgemäß mit der Welt verändert, in der sie gesprochen wird. … Weiterlesen
Fotorätsel des Monats: Ein Lehrling und „sein“ Cabrio…
Befasst man sich mit den Meisterwerken der Vergangenheit in den Bereichen Malerie, Musik oder auch Technologie, bemerkt man immer wieder, wie früh ihre Schöpfer einst ein Niveau erreichten, das ihre Vorgänger in den Schatten stellte. Wer als Lehrling begann, hatte indessen nichts zu lachen und nichts zu melden, es galt zunächst, sich das Handwerkszeug anzueignen, das die Altvorderen über Generationen entwickelt hatten. Da wurde kein Kompromiss gemacht und diskutiert wurde … Weiterlesen
Wenn’s schnell gehen muss: Packard „Big Eight“ von 1929
Mitte Juni, endlich sommerliche Wärme und Sonnenschein satt bis weit in den Abend – genau meine Kragenweite, doch trotz der idealen Verhältnisse bekomme ich in vielerlei Hinsicht die Kurve nicht. Im Garten sprießt nach reichlich Regen alles wie verrückt – von der Strauchrose am Haus könnte ich ganze Sträuße abschneiden, die Blüte will nicht aufhören. Das Unkraut hält natürlich mit und der schöne alte Garten der Schwiegereltern will mitbetreut werden. … Weiterlesen
Nichts geschieht zufällig, oder doch? Fiat 508A
Ob in unserer Welt der Zufall eine Rolle spielt oder ob alles determiniert ist, weil alles naturgesetzlicher Kausalität folgt und der „freie Wille“ eine menschliche Illusion ist – dieser alten Frage gehen wir heute nicht wirklich auf den Grund, streifen sie aber. Als Skeptiker stehe ich auf dem Standpunkt, dass wir wahrscheinlich nicht imstande sind, das zu verstehen, was über die Erfordernisse unseres Daseins hinausgeht – das zu erwägen, hätte … Weiterlesen
Ist etwa schon Herbst? Steyr XII Tourer anno 1935
Erst kürzlich warf ich hier die Frage auf, ob wir denn einen sorgenfreien Sommer vor uns haben, da hat es uns schon kalt erwischt und das Wetter gibt sich untypisch herbstlich für den Monat Juni. Was ist davon zu halten? Nun, ich bin zwar alles andere als begeistert, würde das aber einfach unter „Wetterkapriolen“ verbuchen. Auch in meinem Blog ist all‘ das möglich, nicht nur ein Sprung in den Herbst, … Weiterlesen
Keine Gnade der Gerade(n): Studebaker „Big Six Victoria“
Getreu dem Motto eines deutschen Pressemoguls, dass man Ironie besser lassen solle, da sie meist doch nicht bemerkt werde, habe ich mich dazu entschieden, die Überschrift wenigstens in Klammern grammatikalisch korrekt zu fassen. Tippfehler mache ich zwar zuhauf, weshalb ich über die Ausgangsfassung später immer noch einmal drüberbügele, aber in der Überschrift hätten Sie mir das nicht durchgehen lassen – also konnte ich „Keine Gnade der Gerade“ so nicht stehen … Weiterlesen