Der Fund des Monats Dezember kommt vielleicht etwas früher als erwartet – doch gilt es ja demnächst noch den „Fund des Jahres“ unterzubringen. Die Entstehungsgeschichte der 1916 gegründeten Marke Nash ist so bemerkenswert und zugleich typisch für die sozialen Aufstiegsmöglichkeiten in den Vereinigten Staaten, dass ich sie an einer anderen Stelle anhand eines Fotos des ersten Automodells der Firma ausführlich erzählen muss. Heute mache ich einen Sprung zur Wende der … Weiterlesen
Archiv des Autors: Michael Schlenger
„Frontimprovisation“: Ein Rex-Simplex 10 PS-Modell
Der Begriff „Frontimprovisation“ in diesem Blog-Eintrag ist bewusst doppeldeutig angelegt. Vermutlich klingt er für manche Leser ähnlich geheimnisvoll wie der Name der Marke, um die es heute geht: Rex-Simplex. Es handelt sich um einen der zahlreichen deutschen Hersteller der Frühzeit, die längst in Vergessenheit geraten sind, doch einst beachtliche Bekanntheit genossen. Der Ursprung der Marke liegt wie so oft in einer Fahrradproduktion – die im vorliegenden Fall 1888 von Friedrich … Weiterlesen
Unterwegs durch die deutsche Geschichte im DKW „Front“
Heute befasse ich mich nicht mit eigenwilligen Konstruktionen, in Vergessenheit geratenen Nischenherstellern oder Luxusautomobilen für die oberen zehntausend. Nein, heute geht es anhand von Fotos eines durch und durch bodenständigen Fahrzeugs durch einige Episoden der deutschen Geschichte – begleitet vom unverkennbaren Sound und „Duft“ eines Zweitaktmotors. Die Reise beginnt in einem Ort, von dem ich nie zuvor gehört hatte – Tangermünde. Kein Wunder: als Schüler an einem hessischen Gymnasium der … Weiterlesen
Nach wie vor ungelöst: Das Rätsel des AGA Typs B
Endlich mal wieder etwas zu den markanten AGA-Wagen der 1920er Jahre, mag jetzt mancher Kenner der Geschichte deutscher Vorkriegsautos denken. In der Tat: Mehr als ein Jahr ist es her, dass ich hier das letzte Mal ein Auto der Berliner Aktiengesellschaft für Automobilbau (AGA) vorgestellt habe, nämlich diesen hier: Sollte man nicht viel öfter auf solche Dokumente der kurzlebigen Marke stoßen? Immerhin behauptet die mir zugängliche Literatur, dass einst rund … Weiterlesen
Für höchste Ansprüche: Ein Panhard um 1912
Die Wagen der ehrwürdigen französischen Marke Panhard nötigen einem durchweg Respekt ab (Entstehungsgeschichte hier). Vom ersten Modell – fertiggestellt 1890 – bis zum brillianten letzten PKW- Modell 24 CT der 1960er Jahre baute man Wagen mit ganz eigenem Charakter, die sich nur schwer einem bestimmten Schema zuordnen lassen. So stellen speziell die ganz frühen Typen höchste Ansprüche, was Datierung und Identifikation angeht – bewährte Muster bei der zeitlichen Einordnung versagen … Weiterlesen
Gab’s auch mit Spitzkühler: 5/20 PS Typ von Mannesmann
Der bislang einzige Mannesmann-PKW, den ich hier vorstellen konnte, schaffte es seinerzeit auf Anhieb in die Premium-Rubrik „Fund des Monats“. Hier zur Erinnerung das Prachtstück, ein Typ 5/25 PS Sport-Zweisitzer: Dem exzentrisch gezeichneten Wagen mit der burschikosen Fahrerin sei sein besonderer Rang unbestritten, auch wenn ich mittlerweile auf eine weitere Aufnahme eines flotten Mannesmann-Wagens gestoßen bin, die ebenfalls beachtlich ist. Zum einen muss es sich um ein sehr frühes Exemplar … Weiterlesen
Winteranfang – aufgepasst! Dixi Typ 6/24 PS
Dieser Tage gab es in meiner Heimatregion – der hessischen Wetterau – einen kleinen Vorgeschmack auf den Winter. Meist fällt die kalte Jahreszeit in unserer klimatisch begünstigten Region ja moderat aus. Selbst in den 1970er Jahren, als die Klimahysteriker von damals eine neue Kaltzeit heraufziehen sahen, reichte es in der Wetterau mitunter nur für einen traurigen Schneemann auf fast grünem Rasen – daran kann ich mich gut erinnern. Die dünne … Weiterlesen
Beitrag zur Ahnenforschung: Simson Typ Bo
Die Qualitätswagen der Waffenfirma Simson aus dem thüringischen Suhl waren bisher erst einmal Gegenstand einer näheren Betrachtung in meinem Blog. Immerhin erfolgt der Einstieg der einstigen Prominenz der Marke angemessen – nämlich in der Rubrik „Fund des Monats“. Der dort präsentierte Typ Co mit 40 PS war einer von drei verbesserten Vorkriegstypen, die ab 1919 auf den Markt kamen. Ich hatte mich bei der Bestimmung des Typs seinerzeit an den … Weiterlesen
Erbstück von Porsche: Mercedes-Benz 12/55 PS
Es ist schon eine Weile her, dass sich Porsche-Fahrer mit bloßen 55 PS in Wallung versetzen ließen: Mit dieser überschaubaren Leistung lief der 356 der frühen 1950er Jahre über 150 km/h und ließ damit alles in seiner Hubraumklasse hinter sich. Geht man zurück in die 1920er Jahre, gab es schon einmal einen „Porsche“ mit 55 PS. Die wurden zwar aus dem doppelten Hubraum gewonnen – 3 Liter – hatten aber … Weiterlesen
Familiengeschichte: Hansa Typ C 8/20 PS und 8/24 PS
Zu den unaufgearbeiteten Kapiteln der deutschen Automobilgeschichte gehört aus meiner Sicht die Produktion von Hansa vor dem 1. Weltkrieg. Im letzten Blog-Eintrag, der sich damit beschäftigte, habe ich auf die widersprüchlichen Angaben zu den Abbildungen früher Hansa-Wagen in der Literatur hingewiesen. Mittlerweile dürfte meine Hansa-Galerie die umfangreichste allgemein zugängliche Dokumentation der Typen bis 1914 darstellen. Leider lassen sich bislang nur wenige der zahlreichen Modelle präzise ansprechen. Am gesichertsten ist wohl … Weiterlesen
1925: Ein früher Chrysler „Six“ in Deutschland
Chrysler – wer denkt da nicht mit Grausen an die gescheiterte Fusion mit Daimler-Benz vor über 20 Jahren? Kaum weniger gruselig, was heute unter dem gemeinsamen Dach von Fiat-Chrysler auf den Markt kommt. Dass ehedem große Namen der Automobilindustrie ihre besten Tage hinter sich haben, wird noch deutlicher, vergegenwärtigt man sich deren Rang in der Vorkriegszeit . Vermutlich ist kaum jemandem heute bewusst, was Walter Chrysler mit seiner 1924 aus … Weiterlesen
Vier Varianten eines Typs: Brennabor P 8/24 PS
Heute arbeite ich mich wieder einmal am Typ P 8/24 PS des einst so bedeutenden Herstellers Brennabor aus Brandenburg ab. Obwohl die Firma in der ersten Hälfte der 1920er Jahre zu den größten Autoherstellern Deutschlands zählte und erst von Opel überflügelt wurde, kann man die Dokumentation der Wagentypen jener Zeit nur als desolat bezeichnen. Weder in Buchform noch im Netz gibt es eine überzeugende Gesamtschau, die den zahlreichen Autotypen von … Weiterlesen
Fund des Monats: EGO 5/25 PS Limousine
Als Fund des Monats darf ich heute einen besonderen Leckerbissen präsentieren. Es handelt sich um ein Automobil der einstigen Mercur Flugzeugbau GmbH aus Berlin, für das man sich den griffigen Markennamen EGO ausgedacht hatte. Über den Hersteller Mercur Flugzeugbau GmbH konnte ich nur wenig in Erfahrung bringen. Das in Berlin-Johannisthal ansässige Unternehmen baute offenbar während des 1. Weltkriegs unter anderem Albatros-Maschinen in Lizenz. Ob eine Verbindung zur Mercur Motorenbau GmbH … Weiterlesen
Tradition und Moderne: Vom Tatra 11 zum Tatra 75
Heute kommen wieder einmal die trefflichen Wagen der tschechischen Marke Tatra zu ihrem Recht, die vor dem Zweiten Weltkrieg zum Interessantesten gehörten, was auf dem europäischen Kontinent in automobiler Hinsicht entstand. Ihren Ursprung hatte die Marke in der bis ins 19. Jahrhundert zurückreichenden Kutschenfabrikation von Ignaz Schustala aus dem mährischen Nesselsdorf (tschechisch: Kopřivnice). An diese Tradition knüpft die folgende Reklame aus dem frühen 20. Jahrhundert an: Auch wenn hier noch … Weiterlesen
Nicht alltäglich: Ein Adler „Favorit“ Tourer um 1930
Die renommierten Frankfurter Adler-Werke, die sich nach dem 1. Weltkrieg mit den moderat motorisierten Modellen 9/24 und 6/25 PS über Wasser hielten, schafften in der 2. Hälfte der 1920er Jahre den Anschluss an die führenden US-Automobile. Mit dem 1927 vorgestellten „Standard 6“ bot man eine von Format und Leistung her wettbewerbsfähige Alternative, wenngleich man nicht zu den Stückzahlen imstande war, mit denen die US-Hersteller damals den deutschen Markt dominierten. Auf … Weiterlesen
Familienzuwachs: Porträt des Wanderer Typs W10
Genau zwei Jahre ist es her, dass ich hier anhand historischer Dokumente aus meiner Sammlung die Geschichte der Wanderer-Automobilproduktion vom Typ W1 (1906) bis zum Abschied von der Kleinwagenklasse Mitte der 1920er Jahre skizziert habe. Dieser Abriss ist nach wie vor aktuell, doch möchte ich heute das Modell W10, mit dem er endete, ausführlicher vorstellen. Mittlerweile liegen mir zeitgenössische Aufnahmen von allen vier Ausbaustufen des ab 1926 gebauten Mittelklassetyps vor. … Weiterlesen
Charakterkopf von Hebmüller: Hanomag Sturm Cabrio
Nach längerer Abstinenz widme ich mich heute wieder einmal dem Hanomag „Sturm“ – dem 6-zylindrigen Spitzenmodell des berühmten Maschinenbauers aus Hannover, der den PKW-Bau eher nebenher betrieb. Auch wenn den Hanomag-Wagen jede Kühnheit der Konstruktion abging, überzeugten sie etliche Kunden mit ihrer Ausstrahlung unbedingter Solidität, die sie im Alltag ja auch bewiesen. Ab Werk mied man formal ebenfalls alle Experimente und ließ für den „Sturm“ die Karosserie des parallel produzierten … Weiterlesen
Kommt eigentlich immer gut an: Ein Horch 8 Typ 375
Nach einigen Jahren nicht sonderlich zielgerichteten Sammelns – und auch dank etlicher Leser -kann ich aus einem fast schon beängstigenden Fundus an bislang unpublizierten historischen Fotos von Vorkriegsautos schöpfen. Da ist die Versuchung groß, ständig etwas „Neues“ zu bringen, um die Leserschaft bei Laune zu halten. Das vorhandene Material würde das mühelos hergeben. Doch kehre ich auch gern zu alten Bekannten zurück, von denen ich glaube, dass sie bei Freunden … Weiterlesen
Einst ein exklusives Vergnügen: Ein „Whippet“ von 1929
Heute begebe ich mich wieder in die Niederungen der US-Automobilfabrikation der späten 1920er Jahre – die zugleich hierzulande ein exklusives Vergnügen blieben. Was paradox klingt, wird bestechend klar, wenn man sich vor Augen führt, wie wenige Deutsche sich seinerzeit überhaupt ein Automobil leisten konnten. Kürzlich stieß ich auf eine Statistik der ehemaligen „Auto Revue“, die das am Beispiel der Region „Groß-Berlin“ veranschaulicht. 1928 waren in Groß-Berlin etwas mehr als 33.000 … Weiterlesen
Ein Elsässer in Schlesien: Mathis Typ GM 10CV
Elsass und Schlesien – nicht gerade die naheliegendste Verbindung, auch wenn beide Regionen einst Teil des Deutschen Reichs waren. Geografisch gesehen liegen rund 900 km dazwischen und in automobilhistorischer Hinsicht gibt es auf den ersten Blick noch weniger Gemeinsamkeiten. Aber: In der schlesischen Metropole Breslau – um 1900 die fünftgrößte Stadt Deutschlands – wurden eine ganze Weile ausgezeichnete Autos gebaut, und zwar unter dem Markennamen Beckmann (1898-1926). Zeitgleich mit der … Weiterlesen