Heute kann ich eine Lücke in der Dokumentation der PKW-Typen der einst hochbedeutenden Marke Brennabor aus Brandenburg schließen. Wenn ich es richtig sehe, gilt das nicht nur für meine stetig wachsende „Brennabor“-Galerie, sondern auch für die bislang erschienene – ziemlich dürftige – Literatur zu den bis 1933 gebauten Automobilen der Traditionsmarke. Diesen Lückenschluss verdanke ich Leser Marcus Bengsch, der bereits viele Fotoraritäten aus seiner Sammlung beigesteuert hat. Auch diesmal handelt … Weiterlesen
Archiv der Kategorie: Vergessene Marken
Ein Luxusauto aus Schottland: Albion 24-30 hp
Luxus und Schottland – das mag auf den ersten Blick nicht zusammengehen. Jedem Klischee liegt ein wahrer Kern zugrunde, sonst würde es sich nicht halten – so stehen die Schotten nicht grundlos im Ruf, besonders knauserig zu sein. Schottland fehlte es historisch an den Ressourcen, die das Leben im südlich davon gelegenen England so viel angenehmer machten. Die Römer wussten, warum sie ihre Provinz Britannia an der Grenze zum wilden … Weiterlesen
Großes Kino: Protos Typ C 10/30 PS Limousine
Großes Kino – das sind für mich Filmklassiker wie „North by Northwest“ mit Cary Grant und Eva-Marie Saint, „Das Mädchen und der Kommissar“ mit Michel Piccoli und Romy Schneider, „Thomas Crown ist nicht zu fassen“ mit Steve McQueen und Faye Dunaway. Danach kommt für meinen Geschmack nicht mehr viel… Umso mehr begeistern mich dafür die Klassiker der Vorkriegszeit, die auch im nicht-bewegten Bild oft großes Kino bieten. Hier haben wir … Weiterlesen
Wagen aus Stettin für Leute von Welt: Stoewer S8
Ein „Mann von Welt“ – das hört man heute kaum noch. Dem Begriff des „Weltmanns“ nachzuspüren, hat seinen Reiz: Die mittelalterliche Tradition bezeichnete damit jemanden, der nicht in der Welt des Glaubens beheimatet, also kein Geistlicher war – vielmehr einer, der weltlichen Anlegenheiten nachging. Im barocken Roman „Der abenteuerliche Simplicissimus“ von Christoffel von Grimmelshausen – ein in der Schule meist ignoriertes Meisterwerk, dessen Lektüre im Original gleichermaßen Genuss wie Verdruss … Weiterlesen
„Frontimprovisation“: Ein Rex-Simplex 10 PS-Modell
Der Begriff „Frontimprovisation“ in diesem Blog-Eintrag ist bewusst doppeldeutig angelegt. Vermutlich klingt er für manche Leser ähnlich geheimnisvoll wie der Name der Marke, um die es heute geht: Rex-Simplex. Es handelt sich um einen der zahlreichen deutschen Hersteller der Frühzeit, die längst in Vergessenheit geraten sind, doch einst beachtliche Bekanntheit genossen. Der Ursprung der Marke liegt wie so oft in einer Fahrradproduktion – die im vorliegenden Fall 1888 von Friedrich … Weiterlesen
Nach wie vor ungelöst: Das Rätsel des AGA Typs B
Endlich mal wieder etwas zu den markanten AGA-Wagen der 1920er Jahre, mag jetzt mancher Kenner der Geschichte deutscher Vorkriegsautos denken. In der Tat: Mehr als ein Jahr ist es her, dass ich hier das letzte Mal ein Auto der Berliner Aktiengesellschaft für Automobilbau (AGA) vorgestellt habe, nämlich diesen hier: Sollte man nicht viel öfter auf solche Dokumente der kurzlebigen Marke stoßen? Immerhin behauptet die mir zugängliche Literatur, dass einst rund … Weiterlesen
Für höchste Ansprüche: Ein Panhard um 1912
Die Wagen der ehrwürdigen französischen Marke Panhard nötigen einem durchweg Respekt ab (Entstehungsgeschichte hier). Vom ersten Modell – fertiggestellt 1890 – bis zum brillianten letzten PKW- Modell 24 CT der 1960er Jahre baute man Wagen mit ganz eigenem Charakter, die sich nur schwer einem bestimmten Schema zuordnen lassen. So stellen speziell die ganz frühen Typen höchste Ansprüche, was Datierung und Identifikation angeht – bewährte Muster bei der zeitlichen Einordnung versagen … Weiterlesen
Gab’s auch mit Spitzkühler: 5/20 PS Typ von Mannesmann
Der bislang einzige Mannesmann-PKW, den ich hier vorstellen konnte, schaffte es seinerzeit auf Anhieb in die Premium-Rubrik „Fund des Monats“. Hier zur Erinnerung das Prachtstück, ein Typ 5/25 PS Sport-Zweisitzer: Dem exzentrisch gezeichneten Wagen mit der burschikosen Fahrerin sei sein besonderer Rang unbestritten, auch wenn ich mittlerweile auf eine weitere Aufnahme eines flotten Mannesmann-Wagens gestoßen bin, die ebenfalls beachtlich ist. Zum einen muss es sich um ein sehr frühes Exemplar … Weiterlesen
Winteranfang – aufgepasst! Dixi Typ 6/24 PS
Dieser Tage gab es in meiner Heimatregion – der hessischen Wetterau – einen kleinen Vorgeschmack auf den Winter. Meist fällt die kalte Jahreszeit in unserer klimatisch begünstigten Region ja moderat aus. Selbst in den 1970er Jahren, als die Klimahysteriker von damals eine neue Kaltzeit heraufziehen sahen, reichte es in der Wetterau mitunter nur für einen traurigen Schneemann auf fast grünem Rasen – daran kann ich mich gut erinnern. Die dünne … Weiterlesen
Beitrag zur Ahnenforschung: Simson Typ Bo
Die Qualitätswagen der Waffenfirma Simson aus dem thüringischen Suhl waren bisher erst einmal Gegenstand einer näheren Betrachtung in meinem Blog. Immerhin erfolgt der Einstieg der einstigen Prominenz der Marke angemessen – nämlich in der Rubrik „Fund des Monats“. Der dort präsentierte Typ Co mit 40 PS war einer von drei verbesserten Vorkriegstypen, die ab 1919 auf den Markt kamen. Ich hatte mich bei der Bestimmung des Typs seinerzeit an den … Weiterlesen
Vier Varianten eines Typs: Brennabor P 8/24 PS
Heute arbeite ich mich wieder einmal am Typ P 8/24 PS des einst so bedeutenden Herstellers Brennabor aus Brandenburg ab. Obwohl die Firma in der ersten Hälfte der 1920er Jahre zu den größten Autoherstellern Deutschlands zählte und erst von Opel überflügelt wurde, kann man die Dokumentation der Wagentypen jener Zeit nur als desolat bezeichnen. Weder in Buchform noch im Netz gibt es eine überzeugende Gesamtschau, die den zahlreichen Autotypen von … Weiterlesen
Fund des Monats: EGO 5/25 PS Limousine
Als Fund des Monats darf ich heute einen besonderen Leckerbissen präsentieren. Es handelt sich um ein Automobil der einstigen Mercur Flugzeugbau GmbH aus Berlin, für das man sich den griffigen Markennamen EGO ausgedacht hatte. Über den Hersteller Mercur Flugzeugbau GmbH konnte ich nur wenig in Erfahrung bringen. Das in Berlin-Johannisthal ansässige Unternehmen baute offenbar während des 1. Weltkriegs unter anderem Albatros-Maschinen in Lizenz. Ob eine Verbindung zur Mercur Motorenbau GmbH … Weiterlesen
Tradition und Moderne: Vom Tatra 11 zum Tatra 75
Heute kommen wieder einmal die trefflichen Wagen der tschechischen Marke Tatra zu ihrem Recht, die vor dem Zweiten Weltkrieg zum Interessantesten gehörten, was auf dem europäischen Kontinent in automobiler Hinsicht entstand. Ihren Ursprung hatte die Marke in der bis ins 19. Jahrhundert zurückreichenden Kutschenfabrikation von Ignaz Schustala aus dem mährischen Nesselsdorf (tschechisch: Kopřivnice). An diese Tradition knüpft die folgende Reklame aus dem frühen 20. Jahrhundert an: Auch wenn hier noch … Weiterlesen
Einst ein exklusives Vergnügen: Ein „Whippet“ von 1929
Heute begebe ich mich wieder in die Niederungen der US-Automobilfabrikation der späten 1920er Jahre – die zugleich hierzulande ein exklusives Vergnügen blieben. Was paradox klingt, wird bestechend klar, wenn man sich vor Augen führt, wie wenige Deutsche sich seinerzeit überhaupt ein Automobil leisten konnten. Kürzlich stieß ich auf eine Statistik der ehemaligen „Auto Revue“, die das am Beispiel der Region „Groß-Berlin“ veranschaulicht. 1928 waren in Groß-Berlin etwas mehr als 33.000 … Weiterlesen
Ein Elsässer in Schlesien: Mathis Typ GM 10CV
Elsass und Schlesien – nicht gerade die naheliegendste Verbindung, auch wenn beide Regionen einst Teil des Deutschen Reichs waren. Geografisch gesehen liegen rund 900 km dazwischen und in automobilhistorischer Hinsicht gibt es auf den ersten Blick noch weniger Gemeinsamkeiten. Aber: In der schlesischen Metropole Breslau – um 1900 die fünftgrößte Stadt Deutschlands – wurden eine ganze Weile ausgezeichnete Autos gebaut, und zwar unter dem Markennamen Beckmann (1898-1926). Zeitgleich mit der … Weiterlesen
Exot aus dem „Fernen Osten“: Ein Komnick Typ 6/18 PS
Deutschlands am weitesten östlich gelegene Automobilfabrik befand sich einst in Elbing in Ostpreußen. Wer keinen familiären Bezug dorthin hat, dem sagt der Name dieser Stadt vermutlich wenig – ich selbst kannte ihn bis vor einiger Zeit ebenfalls nicht. Die verlorenen deutschen Ostgebiete existierten nach meiner Erinnerung im Schulunterricht an einem hessischen Gymnasium praktisch nicht. Generell war die Welt hinter dem „Eisernen Vorhang“ merkwürdig entrückt – über dortige Landschaften, Städte und … Weiterlesen
Früher war alles besser: Ein Panhard von 1934/35
Natürlich war früher – und damit meine ich die automobile Welt der Vorkriegszeit – nicht alles besser. Doch ein Blog ist ein Format, in dem Zuspitzungen erlaubt sind – denn es ist ein online geführtes Tagebuch über persönliche Ansichten, in dem andere mitlesen dürfen. Das gibt mir die Freiheit zu Urteilen und gern auch einer Kulturkritik, die ernsthaften Automobilhistorikern verschlossen bleibt. Zugleich hat diese „künstlerische Freiheit“ produktivitätsfördernde Wirkung, da ich … Weiterlesen
Fund des Monats: Ein Simson Typ Co an der Ostsee
Ende Oktober 2019 – seit Tagen ziehen Formationen von Kranichen und Wildgänsen über die hessische Wetterau hinweg nach Westen auf das Taunusgebirge zu. An dieser Landmarke biegen sie dann ab Richtung Winterquartier im Süden. Das Bild ist jeden Herbst dasselbe und doch schaut man immer wieder fasziniert zum Himmel, wo die Vögel dahinziehen. Es wird vermutet, dass sie sich dabei an Anomalien des Erdmagnetfelds orientieren, die geologisch bedingt sind. Erstaunlich, … Weiterlesen
Ein Bergmann-Metallurgique Tourer von 1912
Gut zwei Monate ist es her, dass ich (hier) ein großartiges Foto eines Tourenwagens des belgischen Herstellers Metallurgique vorstellen konnte. Die Aufnahme stieß auf einige Resonanz, vor allem bei internationalen Lesern, die echte Veteranenwagen eher zu schätzen als viele „Oldtimer-„Freunde in Deutschland, denen die spannende automobile Welt vor 1939 zunehmend fremd zu sein scheint. Es mag am deutschen Hang zum Herdentrieb liegen, dass man sich mehr für jüngere Massenfabrikate interessiert, … Weiterlesen
Kennzeichen ROMA: Der „O.M.“ von der Oma…
Der Spender des Fotos, das ich heute besprechen darf, verzeiht mir hoffentlich den Kalauer, den ich mir mit dem Titel meines Blog-Eintrags erlaubt habe. Aber genau so verhält es sich nun einmal: Das Auto, um das es geht, gehörte einst den Großeltern von Klaus Twedell, die in der Zwischenkriegszeit in Rom lebten und deren „O.M.“ auf dem Nummernschild eine grandiose Kennung trug: „ROMA“. Wenn ich es richtig sehe, ist es … Weiterlesen